zwei Stimmen

die beiden Stimmqualitäten bekommen ein Gesicht, inzwischen hat sich orange in rot gewandelt

„Ich rede nicht gerne, erst recht nicht, wenn man von mir erwartet, dass ich reden soll. Ich schreibe lieber e-mails, das fällt mir leichter.“ Verena, eine junge, talentierte Grafikerin.

„Das ist völlig in Ordnung“, sage ich „gibt es denn Situationen, in denen Sie Freude am Sprechen haben?“  „Ja, mit meiner Schwester rede ich entspannt, und früher in der Jugendgruppe, da konnte ich auch reden, wie ich wollte und fühlte mich wohl dabei, und ich habe die Freude am Singen entdeckt.“

„Gut  —  wo im Körper sitzt dieses angenehme positive Gefühl von Sprechen oder Singen?“ Spontane Antwort: “Im Bauchraum“. „Können Sie diesem Gefühl eine Farbe geben?“ –„Gelb-orange“.

Wir beschäftigen uns eine Weile mit dem Beobachten dieses Gefühls, bis wir uns der anderen Stimme zuwenden.  Der Stimme, die repräsentativ ist für ihre Widerstände und ihre Unlust zu sprechen. Das Gefühl, das für diese Stimme steht, heißt Druck, Angst, Unwillen.  Dieses Gefühl ist grau und sitzt im Schulter- und Nackenbereich.
„Beobachten Sie es, ohne es zu bewerten, ohne eine große Geschichte daraus zu machen. Dieses Gefühl darf einfach  da sein.“ Nach und nach, so berichtet die junge Frau, ganz langsam breitet sich dabei die gelb-orangene Farbe im Bauchraum aus. „Darf sie weitergehen und das Grau berühren?“ Sie nickt. „Die beiden Farben vermischen sich, mein Nacken ist jetzt graugelb…“

Das genügt fürs erste.

Im Unterbewusstsein durfte bereits ein vorsichtiger Impuls für eine Integration der beiden unterschiedlichen Stimmgefühle stattfinden.

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