Die Tiere brauchen Platz

Mikis, der kleine inzwischen 8-jährige griechische Junge, wünschte sich eine Therapiestunde. Ich hatte ihn seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Seine Schwester kommt regelmäßig in die logopädische Therapie, aber Mikis benötigte keine weitere Unterstützung.

Ich wusste nicht, was ihn beschäftigte oder möglicherweise belastete. Er ist ein eher zurückhaltender Junge. Unschlüssig setzte er sich an den Tisch. Ich zeigte ihm eine große Kiste voller Tiere. „Welche Tiere sollen mitspielen?“ fragte ich ihn. „Alle“, sagte er entschieden. Es waren sehr viele Tiere, die er fast hektisch aus der Kiste räumte und in Familien anordnete. Jede Tierfamilie bekam ausreichend Platz auf  farbigen Filzplatten. Als alle Tiere auf ihrem Platz standen, war das Spiel zuende, und Mikis war entspannt. „Jetzt können wir Uno spielen“, sagte er.
Als seine Mutter hereinkam, erzählte sie, dass sie und ihr Mann überlegten, das Haus in Griechenland zu verkaufen, um sich hier in Deutschland eine größere Wohnung leisten zu können. Sie wohnen im Moment sehr beengt. Mikis Spiel habe sie überzeugt, wie wichtig dieser Schritt für die Familie sein könnte.
Mit ihren Bedürfnissen, ihren Auffälligkeiten, ihren Symptomen, oder ihrer Art zu spielen, können die Kinder uns unbewusst auf unsere eigenen Themen aufmerksam machen.

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